060112

Salz auf windrauen Wangen. Geflüsterte Gründe, zu leise, um Tränen oder Meeresluft zu beschuldigen. Worte, zart wie Haare, nur dünner und unsichtbarer, die wie schwereloses Papier den Salzspuren folgen und unspürbare Abdrücke des Gesagten hinterlassen. Unauslöschlich in deine Splitterseele gebrannt. So tief, dass du sie immer wiederholen willst, dich an sie klammerst, weil sie echt waren. Echter noch als echt. Weil sie trafen, saßen, berührten, fielen wie ein Stein, der jetzt auf deinem Fuß liegt, sodass die Zehen langsam ertauben, vertauben, zertauben.

[Aber sind schwere Worte nicht verlorene Zehen wert? Ich habe gelesen, dass man umfallen würde, hätte man keine Zehen, weil die Beine den Schwerpunkt, die Mitte des Körpers, nicht mehr halten könnten. Sind es dann Schwerworte, die uns fallen lassen oder Steinworte, die Zehen töten? Und ist das wichtig?]

Fließend kalt ein Gefühl von Gegenüber. Vielleicht war es warm, ehe es ankam, aber in dir ist zu viel Kälte, als dass nicht alles zu Eis erstarren würde, was dir nahe kommt. Bewegungen einfrieren, klirrende Blicke, schneestöbernde Sätze. Bloß keine Nähe, bloß kein Herz; du weißt nicht wohin damit. Du weißt nicht wohin.

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