010312

Leise hingemurmelte Worte im schwindenden Tageslicht. „Bring mir etwas bei.“, sage ich und spüre die Erwartung wie eine kalte Hand, die sich mit Druck in meinen Nacken legt. Es friert mich, weil ich Worte sagte, die etwas einfordern. Der Moment schreit danach, gezeigt zu bekommen, ob ich eine Position habe, in der ich nach so etwas fragen kann – oder eben nicht. Und dann redest du. Schon nach den ersten Sätzen erkenne ich, dass du mir tatsächlich etwas beibringen willst und höre nicht mehr zu, weil mich die Freude zu rasch und stark überwältigt. Sie schießt hoch und rauscht durch meine Ohren, vorbei an deiner Stimme, die noch immer spricht und sich in mir verliert und am Ende, ja, was da?

Was hast du gesagt, ich habe dir nicht zugehört, ich war zu erschrocken und überrascht davon, dass du zu sprechen begonnen hast. Aber vermutlich hast du gar nicht gemerkt, worum ich dich bat. Vermutlich weißt du gar nicht, dass du mir etwas gegeben hast.

Vermutlich weißt du nichts. Wie immer.

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