080312

In letzter Zeit verlebe ich schöne Tage. Sie reihen sich so aneinander und da, wo früher der Gedanke klammerte, dass auf alles Gute etwas Schlechtes folgt, herrscht nun gähnende und entspannte Leere. K rettet mir mein Leben ein wenig. Ich glaube nicht, dass sie es weiß. Ich glaube nicht, dass ihr bewusst ist, was sie seit einigen Monaten für mich tut, aber vielleicht unterschätze ich sie auch nur. Es fiel mir schwer, ihr anzuvertrauen, was mich beschäftigt, obwohl wir uns seit Jahren kennen. Es war meine ewige Angst, andere mit meinen Problemen zu belasten, die mich immer wieder zurückhielt, immer wieder schweigen ließ, bis es eines Tages einfach so aus mir herausplatzte. Schonungslos purzelten Worte wie Selbstverletzung, Selbstmord und immer fühlbare Trauer aus mir heraus und sie … Sie hörte einfach nur zu, schwieg ein wenig, hörte weiter zu. Sie sagte nicht viel, aber genug. Und seitdem kümmert sie sich um mich. Ganz nebenbei sorgt sie dafür, dass ich Verpflichtungen einhalte und mich nicht hängen lasse. Schleppt mich zur Uni, zum Einkaufen und raus in den Tag, um mir zu zeigen, dass ich nicht alleine bin.

In der Apotheke bekamen wir Gummibärchen geschenkt. Im Supermarkt eine Scheibe Käse, die nach Parmesan und Italien schmeckte. Wir suchten die angekündigten Nordlichter am Himmel, ehe uns auffiel, dass wir nicht wissen, in welcher Richtung wir den Norden finden und ob es darauf überhaupt ankommt. Wir suchten trotzdem weiter, standen still zwischen eilig vorbei laufenden Menschen und merkten erst später, dass es zu regnen begann.

Manchmal, wenn wir nebeneinander im Bus sitzen und unsere Münder plappern, weil es immer etwas zu erzählen gibt, vermisse ich dich. Ich lerne, K mehr zu vertrauen. Ich finde mich selbst wieder. Ich finde Spaß und Glück. Aber in stillen Momenten vermisse ich es, das mit dir teilen zu können. In stillen Momenten erinnere ich mich daran, dass ich mit dir alles teilen konnte. Bis sich alles änderte.

Vielleicht muss ich aufhören, mich gegen die Veränderungen zu wehren. Sie akzeptieren lernen, auch wenn es mir schwer fällt. Aber ich werde nie aufhören, an dich zu denken. Ich werde immer spüren, dass du fehlst.

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2 Gedanken zu „080312

  1. Auch, wenn es sich jetzt nicht so anfuehlt – Das Gefuehl das Fehlens wird schwaecher werden. Es wird weniger schmerzhaft. Ich weiss nicht, warum, und ob die Zeit tatsaechlich Wunden heilt – Aber so ist es.

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