150412

Vor mir auf dem Boden liegt ein Foto von irgendjemandem. Darauf steht ein Namen. Der Asphalt flimmert. Sonnenlicht blendet mich, spiegelt sich auf dem Foto, aber ich schaue schon nicht mehr hin.

Menschen werden viel zu leicht weggeworfen und aus Leben radiert. Es scheint, als würde mich verfolgen, dass ich in der Schule immer die erste war, die ihren Radiergummi verlor und sich einen leihen wollte. Nur heute verleiht niemand mehr etwas. Ich lebe mit meinen Ausradierten, sie leben ohne mich. Wir haben einander verlassen, aber eigentlich ging nur einer. Ich blieb zurück und nahm es hin. Geh nur, geh. Am Ende bleibt niemand für immer. Nicht einmal die, von denen man es fest glaubte. Umso überraschter bin ich, dass diesmal ich die Gehende bin.

Aber immer, wenn etwas ausradiert wird, bleibt ein Schatten zurück, den man spürt, wenn man weiß, dass er da ist.

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