180412

Wind fließt durch Wohnleere. Türklackern fällt durch die Räume, purzelt gegen Ecken, springt gegen die Regale. Tropfen und Pfeifen an Scheibenritzen; ein wenig Kalt zischt hinterher und fällt zu Boden. Mein Rücken an den Streben der Heizung, zu heiß auf der Haut, erträglich durch Stoff und Zehen auf Parkett, Staub darunter. Ein Haar wird weggefegt.

In meinem Kopf ist Angst, als ich aufwache. Abgeschüttelter Schlaf auf zerrütteten Laken und eine Decke, die aus ihrem Bezug kriecht. Unaufhaltsames Weiß aus Wollrot drängend, eine einsame Feder neben meinem Kopf. Mein Atem stößt sie zu Boden. Sanft schwingend, hart ruhend.
Ich bin nicht mehr sicher, was Traum und was Erinnerung ist. Will meine Gedanken keinem preisgeben, aus Angst, ihnen Wahrheit zu verleihen. Verdrehtes Davondrängen, zuckende Flucht in den Beinen, ein trockenes Zweifeln auf den Lippen.

Nicht jetzt. Ich will das nicht jetzt.

Advertisements

3 Gedanken zu „180412

  1. Ja, so kenne ich das auch 🙂
    Manchmal scheint es mir als würde man damit die Gefahr des sich Entgleiten auf Papier bannen können. Andererseits bekommt es damit auch eine Art offiziellen Charakter. Für mich sind das erste, unsichere Schritte zu einem neuen Ritus, einem Weg durch Kreativität, eine unorthodox und sowohl reflektierte als auch reflektierende Stabilität zu erlangen. Und für die Leser gilt, es eben nicht 1:1 auf mich zu übertragen, da es diese Mischung ist, hinter der man einen Teil seiner selbst gleich einer Maske verstecken darf. Herzlissssch! M

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s