211012

Ich höre Radio. Diese endlose Litanei, so geschickt zusammen gestückelt, dass man die Wiederholungen nicht bemerkt. Es erinnert mich an deine Worte, die genauso sind. Inhaltsleere Hülsen, gesprochen mit einer Stimme, die ich schon so lange kenne. Solange, dass ich sie hören kann, auch wenn du schweigst.

Ich wünschte, da wäre mehr. Ich wünschte, du würdest die Leere füllen. Es wenigstens versuchen oder versuchen wollen. Ich hoffe, du wirst nicht immer das für mich bleiben, was du jetzt bist.

Eines Tages werde ich deinen Sender suchen und nur Störsignale empfangen. Weißes Rauschen wird das Feuer ersetzen und du wirst verbrannt sein. Nur noch Fetzen, die durch die Luft wehen und einen neuen Kopf suchen, in dem sie sich einnisten können.

Advertisements

2 Gedanken zu „211012

  1. Ich glaube, gestern ist mir das passiert. Eine alte Freundschaft ist zerbrochen. Und in dem Moment, wo es geschieht, kann es manchmal sein, dass man spürt, dass da nichts mehr war. So richtig.

  2. Ein Echo seiner selbst zu werden, das noch hallt, wenn schon lange nicht mehr gesprochen wird, ist ein schmerzender Prozess. Denn was ist ein Echo anderes als Schall, der Leere füllt. Derjenige, der das Echo erzeugt, kann diese Leere nicht ertragen und versucht sie, mit seinen Worten zu füllen, und könnte doch gleichzeitig versuchen, das Verschwinden eines Meeres mit seinen Tränen aufzuhalten. Er verzehrt sich nur selbst daran, bis er nur noch Echo, nur noch leere Worte ist, die gesprochen wurden in der Hoffnung, überhaupt noch jemanden zu erreichen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s