061212

Stell dir vor, du triffst eine helle Person. Eine, die noch nicht am Abgrund steht, noch nicht hinein gefallen ist.

Mir wird bewusst, wie kaputt ich war, je mehr Zeit ich mit ihm verbringe. Ich frage mich, ob ich eine Gefahr für ihn bin. Ob ich ihn verderben werde mit meinen Sorgen, mit meinen Ängsten und Gedanken. Und wie viele Lagen schwarzen Stoffs ich um eine Glühbirne legen kann, ehe ich das Strahlen nicht mehr sehe oder das Tuch in Flammen aufgeht.

Flockenschauer vor der Scheibe und Kalt, das sich an das Glas schmiegt. Ich mag den Klang des knirschenden Schnees unter meinen Füßen. Jeder Schritt hinterlässt einen Abdruck, ganz gleich, wer wohin geht. In unregelmäßigen Abständen zerfließt eine der Vertiefungen und zieht sich in die Länge. Stumme Ausrutscher auf dem Glatt, die man nur sieht, wenn man hin sieht. Aber wer sieht schon hin?

Neben der Ampel steht ein Baum. Es dauert nur einen Atemzug, bis das rote Licht verschwindet, aber der Moment ist lange genug. Der Baum entledigt sich seiner Last und ich verschwinde im Schneegestöber. Auf meinem Kopf liegen Eiskristalle, auf meinen Lippen ein Lächeln.

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