271212

Ich mag es, wenn die Landschaft schnell am Fenster vorbei zieht und sich in braune, graue, grüne Schlieren mit schwarzen, weißen, roten Punkten darin verwandelt. Als würde ich meine Hand in das große Kunstwerk Welt tauchen und wild darum rumwischen; ein Kleinkind, das nach dem Grund sucht.

In der Dunkelheit blinken die Lichter. Hinter den Feldern beginnen die Städte. Der Himmel über den Dächern brennt vor Elektrizität und hat ein helleres Schwarz als die Welt drum herum. Lichter-Rentiere stehen auf einem Haus, ein dicker Plastik-Weihnachtsmann auf dem Balkon, der mir vermutlich nicht einmal bis zum Knie reicht. Menschen sind seltsam. Das ganze Licht, das ganze Strahlen; ich kann nur sinnlos verschwendetes Geld sehen, das knisternd in den Glühbirnchen verbrennt.

Du kommst von irgendwoher und setzt dich hin, als wäre nichts gewesen. Eine Weile kann ich das mitspielen, kann ich glauben, dass da nichts war und alles normal ist. Noch ein wenig nur, ein klein wenig mehr von dem, was ich so vermisste. Gerade so viel, dass es gut tut. Lass mich noch einmal einatmen, noch einmal, noch einmal. Noch einmal.

Aber der Schmerz lauert schon im Hintergrund, sitzt monsterhafte Fratzen ziehend in der Ecke, grinst und geifert. Er weiß, dass ich ihm die Tür öffnen werde. Wie immer. Wenn aber ich dein Spiel beende, kann ich ihn kriegen, mitten im Sprung, sodass er weniger Kraft hat als sonst und mich nicht zu Boden reißt, wenn du wieder weg bist. Wie immer.

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