160813

Sie sagt „Es ist spät.“, als sie die Schuhe abstreift und sich auf den Zimmerboden setzt. Sie war schon immer unkomplizierter als ich, hält sich nie mit Kissen oder Stühlen auf und will die Welt fühlen. Ich kann nicht einmal mich selbst fühlen, wie dann die Welt?

„Worüber wolltest du sprechen?“, fragt sie mich und ich schweige. Das ist der Grund, aus dem ich mit ihr sprechen will. Ich brauche keine Worte für all das, was ich nicht sagen will.

Als sie geht, ist der Schmerz immer noch da. Erst viel später, als die Sonne schon aufgeht und ich mich schlafen lege, finde ich das Buch, das sie aus meinem Regal gezogen und auf das Kopfkissen gelegt hat. Als wollte sie mich daran erinnern, dass zwischen den Seiten eine Geschichte existiert, die mich wegholen kann aus meiner Welt, sodass ich nicht mehr in mir selbst verloren bin.

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