200314

In deinen glasigen Augen spiegelt sich die Welt;
eine Glasaugenwelt in Weltglasaugen.

Ich mag es nicht, wenn man das letzte Stück Fleisch in den Mund schiebt, ohne sich seiner Endlichkeit bewusst zu sein; der des Fleisches und der des Seins. Wer weiß, wann das nächste Mal welches auf dem Teller liegt.
Die Zeit zwischen den Mahlzeiten ist so lang wie die Pause zwischen unseren Worten. Das Dazwischen wird mit Geräusch gefüllt, damit das Leer dort in der Ecke bleibt, sich dort zusammenkauert und wir so tun können, als würde es nicht existieren.

Aber es ist ein geduldiges Leer, ein wartendes, das uns überdauern wird.

In dem weißen Styroporkarton schwimmt eine braune Pfütze. Ich stochere mit der Plastikgabel darin herum und suche nach meiner Zukunft. Alles, was ich finde, ist ein kleines Stück Lauchgrün in Sojabraun auf Plastikweiß und ich drücke dagegen, bis es knackt. Ein weißer Zacken schwimmt in der Pfütze.
Unter dem Styropor breitet sich das Braun aus, aber als ich meine Hände vor das Gesicht lege, verschwindet es wieder; zusammen mit meiner Zukunft.

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