010414

Draußen gurrt eine Taube
und klingt wie ein erstickendes kleines Kind.

Das Dosensilber zittert auf der Kante, fällt und gibt nach. Überall Zuckersaft. Als das Kissen auf der Fensterbank trocknet, wird es warm. Alles riecht süß und ich denke über Tennisbälle nach.

Ich bin zwei Personen. Ich bin die, die hofft und glaubt und dabei keine Angst hat. Die, die überzeugt ist und auf ein Ziel zu läuft, an das die andere nicht glaubt. Immer wieder wirft sie mir Zweifel vor die Füße, macht mich stolpern, stößt und kratzt mich. Am Ende liegt ein kaputtes Knäuel am Boden und rührt sich nicht mehr.

Als ich mich durch den Flur schleiche, fühle ich mich wie ein Eindringling. Der Hund riecht meine Gedanken und bellt. Auf dem Rückweg bin ich leichter und der Hund schweigt. Telepathiehund. Wenn Hunde Angst riechen können, muss ihm meine Existenz unerträglich sein. Trotzdem drückt er seine nasse Nase in meine Handfläche und guckt treudumm zu mir hoch.

Er weiß zu viel.

Ich mag keine Hunde.

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