150814

Ich esse Erdbeeren. Vielleicht die letzten in diesem Jahr, vielleicht für immer. Sie sind schon ein wenig sauer; nicht so sehr, als dass sich mein Gesicht nach innen klappen würde, aber genug, um Zunge und Gaumen ordentlich durch zu schütteln und ein Lächeln in den Mundwinkeln zurückzulassen.
Erdbeeren besitzen diese Eigenart, die sie verschwinden lässt, noch ehe Zeit war, sie voll und ganz wahrzunehmen. Ich ess nur eine, vielleicht zwei; eine dritte geht noch und auf einmal ist die Schale leer. Leer bis auf eine kleine Pfütze aus rosarotem Wasser und einem verlorenen Blatt Grün.

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, kälter und klarer. Es gibt zu viel Früher, das ich vermisse und zu wenig Bald, auf das ich mich freue. Und über allem liegt diese diffuse Angst, dieser Zweifel an mir und meinem „Das kann ich“. Oder eben nicht.
Ich bin ein Eigentlich, ein „Ich kümmer mich drum“; solange ein Träumender, bis das Leben mich weckt, obwohl ich viel lieber von alleine aufwache.

Immer öfter denke ich an das weiße Kaninchen. Sein Lied summt durch meinen Kopf, während die Welt an mir vorbei zieht.

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